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Die antike Stadt von Kaunos und die berühmten Königsgräber von
Kaunos liegen gegenüber der Stadt Dalyan im Bereich des Landkreises von
Ortaca. Auf der einen Seite des Dalyan Kanals liegt Köycegiz, auf der
anderen Seite liegt Ortaca. Wenn man zur antiken Stadt Kaunos möchte,
ist es entweder mittels eines der Boote der dort angebotenen Tagestouren
von Köycegiz aus, immer den Kanälen folgend, bis zur Mündung des Dalyan
Flusses möglich oder man sollte bis nach Dalyan zu fahren und mit dort
dem Boot über den Fluß zu setzen. In beiden Fällen ist dann, nach einem
Fußweg von 10 Minuten, die antike Stadt Kaunos erreicht.
Eine weitere Möglichkeit, mit dem Auto, ist die Benutzung der Straße
nach Ekincik und dann weiter am See entlang bis zum
Sultaniye Thermal Bad und weiter der Straße
folgend. Wie auch immer, erreicht man nach sehr kurvenreicher Fahrt
bergauf, bergab, schließlich Kaunos. Da es keine Brücke über den Dalyan
Fluß gibt, muß der gleiche Weg auch zurück gewählt werden.
Genau gegenüber des Flusses werden Sie schon von weitem die Königsgräber
in ihrer Pracht sehen. Die Gräber wurden im Lykischen Stil in die Felsen
eingehauen und die Toten wurden darin auf Felsbetten aufgebart. Die
Gräber sind von zwei ionischen Säulen eingerahmt, die viele Verzierungen
und eine dreieckige Form oberhalb der Darstellung der Löwen aufweisen.
Diese Grabstellen wurden auch während der römischen Epoche genutzt.
In der antiken Anlage der Stadt Kaunos können heute noch die Ruinen der
Tempel, der Akropolis, die auf einen Hügel gebaut wurde, das
Stadttheater am Fuß der Akropolis, eine Kirche im Stile einer Basilika
westlich des Theaters, das Römische Bad und ein weiterer Tempel
besichtigt werden. Eine weitere Besonderheit ist eine unvollständige
Rundanlage mit flötenähnlichen Säulen und dahinter liegendem Podium von
drei Stufen Höhe. Die Funktion dieses Gebäudes ist bis heute unbekannt.
Während der Ausgrabungen wurde eine Stoa und viele Fußwege, die zur Stoa
führten, gefunden. Die Quelle neben der Stoa ist dabei restauriert
worden. Die Reste der Stadtmauern auf der nördlichen Seite der Anlage
stammen aus dem Mittelalter.
Kaunos war eine bedeutende antike Hafenstadt an der Südküste
Kleinasiens. Seit der Wiederentdeckung ihrer Ruinen vor beinahe
zweihundert Jahren sind mit den Gebäuderesten, Mauern und Gräbern
zahlreiche Inschriften zutage gekommen, die über das hinaus, was die
antiken Schriftsteller von dieser Stadt berichten, tiefere Einblicke in
ihre Schicksale und Verhältnisse geben. Einige wenige der Inschriften
sind in der Sprache der einheimischen Karier verfasst, darunter ein für
die Entzifferung dieses Idioms entscheidender Text mit griechischer
Übersetzung. Etwa seit dem frühen dritten Jahrhundert v. Chr. bis hinab
in die byzantinische Zeit wurde auf Stein nur Griechisch geschrieben.
Da Kaunos auf Grund seiner strategischen Lage immer wieder in die grosse
Politik besonders der hellenistischen Herrscher und römischen Magistrate
hineingezogen wurde, finden sich in den Ehren- und Weihinschriften viele
historisch prominente Personen genannt; ihre Beziehungen zu Kaunos geben
wichtige Anhaltspunkte für ein chronologisches Gerüst und die Art der
Herrschaftsverhältnisse in dieser Region. Im Zeitalter der Pax Romana
berichten die Texte unter anderem vom gemeinnützigen Wirken einzelner
Bürger. Eines der bedeutendsten Zeugnisse antiker Wirtschaftsgeschichte
überhaupt ist die lange Zollinschrift, die an der Aussenwand eines
Brunnenhauses eingemeisselt ist.
Die frühesten Zeugnisse einer Siedlung sind protogeometrische
Keramikreste aus dem 9. Jhr. v. Chr. 446 v.Chr. wurde Kaunos von den
Persern erobert, im 5. Jhr. war es Mitglied im attischen Seebund und
geriet im 2. Jhr. v. Chr. unter römische Vorherrschaft.
Eine Nekropole mit prachtvollen Felsgräber aus dem 4. Jhr. v. Chr.
bezeugt die Nähe zu Lydien. Aus römischer Zeit sind u.a. ein Theater,
eine Basilika, eine Schiffswerft und Thermen erhalten.
Ein ständiges Problem war die stetige Verlandung des Hafens und die
Bedrohung durch Malaria. Beides führte schließlich zur Aufgabe der
Stadt.
Um alle Reste der Stadtmauern und der Türme zu besichtigen, ist
mindestens ein halber Tag allein für Kaunos notwendig.
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